Projektdaten
Leistungen
Für das Areal des ehem. Güterbahnhofs Ehrenfeld wurde durch die Eigentümerin gemeinsam mit der Stadt Köln ein städtebauliches Werkstattverfahren durchgeführt. Der Siegerentwurf der Architekten Lorenzen/Becht und Trint/Kreuder sah neben Wohnungen auf dem ca. 7,2 ha großen Gelände auch an der Ostspitze Gewerbeobjekte vor. Die Fläche grenzt an Wohn- und Gewerbegebiete wie auch an Industrieanlagen, was eine besondere Herausforderung für die Bauleitplanung darstellte.
IPL CONSULT hat die Auftraggeberin im Bauleitplanverfahren zu den Themen der Erschließung intensiv beraten. Neben der Objektplanung der Verkehrsanlagen und der Entwässerungsanlagen zählte auch aufgrund einer Forderung der Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR die Betrachtung von Starkregenereignissen und die Festlegung von Retentionsflächen zur Zwischenspeicherung des Regenwassers zu den Aufgaben von IPL CONSULT.
Aufgrund der beengten Verhältnisse wurde der neu zu bauende Mischwasserkanal in der Haupterschließungsstraße auch als Retentionsraum (Stauraumkanal) ausgelegt.
Die Erschließungsstraße wurde aufgrund ihres stark verkehrsberuhigenden Charakters ohne Hochbordsteine gebaut. Die max. Auftrittshöhe beträgt 3 cm, sodass die Straße als Speicherraum für das Oberflächenwasser des öffentlichen Verkehrsraums nur eingeschränkt zur Verfügung steht. Es sollten alternative Lösungen mit einem Straßenquergefälle von 2,5 % und einer einseitig leicht abfallenden durchgehenden Längsneigung der Gradiente im Rahmen der bekannten Regelwerke realisiert werden. Die Längsneigung variiert in den Planabschnitten und bildet dadurch Entwässerungswannen aus.
Insgesamt weist die Planstraße ein Längsgefälle in Richtung einer öffentlichen Freifläche auf. Diese öffentliche Freifläche fungiert im Falle einer urbanen Sturzflut als Retentionsraum, bevor das
Oberflächenwasser in Gebäude eindringen oder das weitere Straßennetz überfluten kann. In Zusammenarbeit mit einem Freianlagenplaner wurden multifunktionale Retentionsflächen als profilierte Rasen- und Parkflächen in Kombination mit Spielplatzflächen geschaffen.
Die privaten Freiflächen konnten entsprechend dem Retentionsbedarf angepasst werden.
Bei der weiteren Erarbeitung der Erschließungsplanung wurden in Abstimmung mit den Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR und den Fachämtern der Stadt Köln der DWA-Themenband „Praxisleitfaden zur Überflutungsvorsorge“ – Starkregen und urbane Sturzfluten berücksichtigt und eingearbeitet.